Allgemeines über Judo

- japanische Kampfsportart

- Begründet von Kano Jigoro Anfang des 20. Jahrhunderts

    comp jigorokano11

- Wortherkunft:
   Ju = "sanft, nachgiebig, flexibel"
   Do = "Weg"
   > "Sanfter/flexibler Weg"

- Prinzipien:
  "Siegen durch Nachgeben"; "Maximale Wirkung bei einem Minimum an Aufwand"

- Philosophische Prinzipien:
  ~ gegenseitiges Helfen und Verstehen zum beiderseitigen Wachstum und Wohlergehen
  ~ bestmöglicher Einsatz von Körper und Geist

 

-

Kleidung

Judoanzug (Judogi):

judoanzug 2

Baumwolljacke und -hose, normalerweise weiß, fester Stoff zum Greifen (v.a. am Revers)


Gürtelsystem:

gürtelsystem 2

Gürtel binden:

gürtel binden

Zu Beginn erhält man den weißen Gürtel, die nachfolgenden erwirbt man jeweils bei einer Gürtelprüfung durch das Vorzeigen verschiedener eingeübter Techniken.

 

Traditionen

Abgrüßen

abknien

- Bei Trainingsbeginn und Trainingsende

- Die Schüler stellen sich der Gürtelfarbe nach auf.

- Erst Trainer und dann Schüler (mit dem höchsten Gürtel beginnend) knien sich hin (linkes Bein zuerst).

- "mokuso": japanisch "ruhiges Denken" -> kurze Konzentrationsphase

- "rei": verbeugen (alle gleichzeitig)

- Erst Trainer und dann Schüler (mit dem höchsten Gürtel beginnend) stehen wieder auf (rechtes Bein zuerst).

Diese Regelung stammt von den Samurai, die so möglichst leicht ihr Schwert ziehen konnten.

 

 Verbeugung im Stand

verbeugen

- Beim Partnerwechsel

- Bei Beginn und Ende von Randori (Übungskampf) und Wettkampf

Durch die Verbeugung zeigen die Judoka Respekt und Fairness.

 

Techniken

Falltechniken

vorwärts, rückwärts und seitwärts; damit man sich bei Würfen nicht verletzt

Fallschule vorwärts 1  Fallschule rückwärts  Fallschule seitwärts

 

Wurftechniken

O-goshi O-goshi (Hüftwurf)

 

Bodentechniken

Festhalter, Hebel und Würgetechniken (die letzten beiden für die Größeren)

Kesa-gatame Kesa-gatame (Festhalter)

Juji-jime Juji-gatame (Hebel)

 

Die Techniken werden im Training geübt und im Randori (Übungskampf) sowie im Wettkampf angewandt.

 

Wettkampf

 

Wertungen

Ippon: sofortiger Sieg und Kampfende 

  Erreichbar durch: 

  - Werfen des Gegners mit Kontrolle, Kraft und Schnelligkeit auf den Rücken 

  - Festhalten des Gegners auf dem Rücken für 20 Sekunden 

  - Aufgabe des Gegners 

  - Disqualifikation des Gegners durch Hansoku-make 

Waza-ari 

  Erreichbar durch: 

  - Werfen des Gegners, wobei eines oder zwei der Kriterien für Ippon nicht voll erfüllt sind

  - Festhalten des Gegners auf dem Rücken für mindestens 10 Sekunden

Yuko als Wertung wurde laut neuer Wettkampfregelung abgeschafft!

 

Strafen

Shido: kleine Bestrafung

z.B. für defensives Verhalten oder vollkommene Verhinderung von Angriffen des Gegners

Hansoku-make: Disqualifikation

z.B. durch Gefährdung der eigenen Gesundheit / der Gesundheit des Gegners oder grob unsportliches Verhalten

> führt zum sofortigen Sieg des Gegners

  

Falls kein Ippon erzielt wurde, gewinnt am Ende der Kampfzeit (je nach Altersklasse zwischen 2 und 4 Minuten) der Kämpfer mit der höheren Anzahl an Waza-ari.

Herrscht Gleichstand, wird je nach Art des Wettkampfes ein Unentschieden ausgesprochen oder im Golden Score weitergekämpft, bis eine Entscheidung fällt (ohne zeitliche Begrenzung).

Zur besseren Unterscheidung trägt der zuerst aufgerufene Kämpfer zusätzlich einen weißen Wettkampfgürtel, der zweitgenannte einen roten.

Beide Kämpfer verbeugen sich beim Betreten der Mattenfläche, gehen bis zu ihrer Markierung und verbeugen sich noch einmal.  Bei Kampfunterbrechungen stellen sich die Kämpfer wieder an die jeweiligen Markierungen.  Am Ende des Kampfes verbeugen sich beide Kämpfer nach der Bekanntgabe des Siegers durch den Kampfrichter, geben sich die Hand, gehen rückwärts zurück und verbeugen sich erneut an der Markierung und am Rand der Wettkampffläche.